{"id":2784,"date":"2013-03-14T00:00:00","date_gmt":"2013-03-14T00:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/neu.innovationsgesellschaft.ch\/study-suggests-risk-assessment-of-nanomaterials-at-the-workplace\/"},"modified":"2016-06-07T16:34:40","modified_gmt":"2016-06-07T14:34:40","slug":"study-suggests-risk-assessment-of-nanomaterials-at-the-workplace","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/innovationsgesellschaft.ch\/en\/study-suggests-risk-assessment-of-nanomaterials-at-the-workplace\/","title":{"rendered":"Study Suggests Risk Assessment of Nanomaterials at the Workplace"},"content":{"rendered":"<p>Die Nanotechnologie besitzt das Potential zur Ver\u00e4nderung ganzer Technikfelder und gilt als Schl\u00fcsseltechnologie des 21. Jahrhunderts. Bereits heute ist eine Vielzahl von Produkten auf Basis synthetischer Nanomaterialien auf dem Markt. Automobilindustrie, chemische Industrie und Kommunikationstechnik nutzen Nanomaterialien f\u00fcr die Herstellung von Katalysatoren, Oberfl\u00e4chenbeschichtungen oder organischen Leuchtdioden. In der Medizin werden neue Formulierungen von pharmazeutischen Wirkstoffen entwickelt, die zu verbesserten Therapiemethoden f\u00fchren.<\/p>\n<p>Trotz dieser raschen Entwicklung ist noch wenig \u00fcber das gesundheitliche Risiko f\u00fcr Mensch und Umwelt durch Nanomaterialien bekannt. Vor allem Arbeitnehmer stellen eine potenzielle Risikogruppe dar, da die Belastungssituation am Arbeitsplatz gr\u00f6\u00dfer ist als in der Anwendung der Produkte und die Exposition im Allgemeinen \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum stattfindet. Die verf\u00fcgbaren toxikologischen Daten deuten schon jetzt auf ein sehr heterogenes Gef\u00e4hrdungspotential, das schwer prognostizierbar ist.<\/p>\n<p>Nanomaterialien werden inhalativ, dermal und oral resorbiert, wobei der gr\u00f6sste Teil \u00fcber die Atmung aufgenommen wird. Tierexperimentelle Studien zeigen, dass die Inhalation von Nanomaterialien, vor allem von Kohlenstoffnanor\u00f6hren (CNTs), Entz\u00fcndungsprozesse im Lungengewebe induziert und mit der Entstehung von Granulomen, Lungenfibrose und Lungenkrebs assoziiert ist. Inhalierte sNP k\u00f6nnen nach Ablagerung im Lungengewebe in den Blutstrom einwandern und sind damit im gesamten K\u00f6rper systemisch verf\u00fcgbar. Hauptverteilungsorgan ist die Leber, die Nanomaterialien \u00fcber die Kupffer-Zellen aufnimmt, gefolgt von Niere und Milz. Eine Anreicherung in diesen zentralen Organen f\u00fcr Metabolismus, Ausscheidung und Immunabwehr kann dort die Zellhom\u00f6ostase empfindlich st\u00f6ren und adverse Folgereaktionen ausl\u00f6sen (DNA-Schaden, Zelltod). Alternativ werden Nanomaterialien auch \u00fcber sensorische Nervenenden der respiratorischen Schleimhaut aufgenommen und zu Gehirn und ZNS weitergeleitet.<\/p>\n<p>Toxikologisch bedeutsam sind damit Langzeitexpositionen gegen\u00fcber geringer Mengen biopersistenter Nanomaterialien, die sich im Gehirn anreichern und pathobiologische Prozesse ausl\u00f6sen oder aggravieren k\u00f6nnen. Nach \u00dcbertritt in den Blutstrom k\u00f6nnen Nanomaterialien auch mit Thrombozyten interagieren und auf diese Weise die Blutgerinnung und Thrombusbildung steigern. Dar\u00fcber hinaus besitzen sie das Potential, durch Induktion von oxidativem Stress die Gef\u00e4ssreaktivit\u00e4t der Herzarteriolen zu beeintr\u00e4chtigen. Solche St\u00f6rungen werden schon seit l\u00e4ngerem mit myokardialer Isch\u00e4mie und Myokardinfarkt assoziiert. Bezieht man Erkenntnisse aus epidemiologischen Umweltstudien in die Bewertung mit ein, sind die am wahrscheinlichsten auftretenden Gesundheitseffekte bei beruflicher Exposition gegen\u00fcber Nanomaterialien chronische Erkrankungen an Herz und Lunge.<\/p>\n<p>Auf Grundlage der \u00fcberwiegend tierexperimentellen Ergebnisse lassen sich allerdings derzeit keine generellen Schlussfolgerungen zur Aufnahme, Verteilung und Toxizit\u00e4t von synthetischen Nanomaterialien im Menschen ableiten. Auch wenn oftmals f\u00fcr eine Materialform Daten zur Verf\u00fcgung stehen, besitzen diese nicht zwangsl\u00e4ufig auch f\u00fcr andere Nanoobjekte G\u00fcltigkeit, da das toxikokinetische Verhalten stark von den physikochemischen Parametern des Partikels bestimmt wird. Die derzeitige Datenlage l\u00e4sst zwar eine abschliessende Risikobewertung von Nanomaterialien im betrieblichen Umfeld noch nicht zu. Dennoch fasst die Studie wichtige Erkenntnisse zur kritischen Expositionen, gesundheitlichen Gef\u00e4hrdung und geeigneten Schutzmassnahmen zusammen.<\/p>\n<p>Source: Bayerisches Landesamt f\u00fcr Gesundheit und Lebensmittelsicherheit<\/p>\n<p>Further Information: <a href=\"http:\/\/info@innovationsgesellschaft.ch\" target=\"_blank\">info@innovationsgesellschaft.ch<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>The Bavarian Environmental and Food Safety Authority has recently published the report \u201eNanomaterials at the workplace \u2013 Exposition, health risks and prevention measures\u201c. Despite rapide growth in nanotechnology application there is still little known about potential hazards for human health and the environment. The study identifies employees to be especially exposed to nanotechnology risks and suggests risk assessment and prevention measures at the workplace.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":4220,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[43],"tags":[],"class_list":["post-2784","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nanotechnology"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/innovationsgesellschaft.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2784","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/innovationsgesellschaft.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/innovationsgesellschaft.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/innovationsgesellschaft.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/innovationsgesellschaft.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2784"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/innovationsgesellschaft.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2784\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11905,"href":"https:\/\/innovationsgesellschaft.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2784\/revisions\/11905"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/innovationsgesellschaft.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4220"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/innovationsgesellschaft.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2784"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/innovationsgesellschaft.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2784"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/innovationsgesellschaft.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2784"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}