{"id":730,"date":"2011-01-28T14:02:59","date_gmt":"2011-01-28T14:02:59","guid":{"rendered":"http:\/\/neu.innovationsgesellschaft.ch\/?p=730"},"modified":"2013-11-07T09:24:54","modified_gmt":"2013-11-07T09:24:54","slug":"nanosilver-old-wine-in-new-tubes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/innovationsgesellschaft.ch\/en\/nanosilver-old-wine-in-new-tubes\/","title":{"rendered":"Nanosilver - Old Wine in New Tubes"},"content":{"rendered":"<p>Etliche Nanomaterialien stehen derzeit im Fokus der \u00d6ffentlichkeit. Besonders Silbernanopartikel werden sowohl von Wissenschaft als auch von Beh\u00f6rden detailliert untersucht. Die Annahme dahinter: dass es sich bei Nanosilber um eine v\u00f6llig neue Substanz handelt. Die Empa-Forscher Bernd Nowack und Harald Krug zeigen zusammen mit Murray Height von der Firma HeiQ in einer vor kurzem in der Fachzeitschrift Environmental Science &amp; Technology (\"120 Years of Nanosilver History: Implications for Policy Makers\") ver\u00f6ffentlichten Studie, dass Nanosilber keineswegs eine Erfindung des 21. Jahrhunderts ist. Bereits 1889 wurden Silberpartikel mit einem Durchmesser von nur sieben bis neun Nanometer erw\u00e4hnt. Verwendet wurden diese in Heilmitteln oder in Bioziden, um das Wachstum von Bakterien auf Oberfl\u00e4chen zu vermeiden. Zum Beispiel in antibakteriellen Wasserfiltern oder in Algiziden f\u00fcr Swimmingpools.<\/p>\n<p><strong>Das Material ist stets das gleiche<\/strong><\/p>\n<p>Bekannt waren die Nanoteilchen als \"kolloidales Silber\". Doch gemeint ist damals wie heute das Gleiche: extrem kleine Silberpartikel. Neu ist lediglich die Verwendung der Vorsilbe \"Nano\". \"Doch\", so Bernd Nowack, \"Nano bedeutet weder, dass etwas neu, noch, dass es von vorneherein sch\u00e4dlich ist.\" Als das \"kolloidale Silber\" in den 1920er-Jahren in grossen Mengen auf den Markt kam, l\u00f6ste das zahlreiche Studien und entsprechende Regulierungen seitens der Beh\u00f6rden aus. Schon damals war den Entdeckern der Nanopartikel also deren Bedeutung und Wirkungsweise bewusst. \"Das bedeutet aber nicht, dass die m\u00f6glichen Auswirkungen der Nanopartikel auf Mensch und Umwelt verharmlost werden sollten\", sagt Nowack. Wichtig sei, die Materialeigenschaften von Nanosilber genau zu charakterisieren und nicht einfach die Vorbehalte gegen\u00fcber Nanosilber zu glauben.<\/p>\n<p><strong>Nanosilber wirkt anders als Silber<\/strong><\/p>\n<p>Unter Nanopartikeln sind Teilchen mit einer Gr\u00f6sse von unter 100 Nanometer zu verstehen. Aufgrund ihrer extremen \"Kleinheit\" besitzen Nanoteilchen andere Eigenschaften als gr\u00f6ssere Partikel desselben Materials. So weisen Nanopartikel pro Volumeneinheit eine viel gr\u00f6ssere Oberfl\u00e4che auf. Dadurch sind sie beispielsweise h\u00e4ufig reaktiver. Nanosilber gibt zudem, bei geringerem Materialeinsatz, mehr Silberionen ab als solides Silber. Die gel\u00f6sten Silberionen wirken auf Bakterien toxisch und t\u00f6ten diese ab. Ob Nanosilber ein Risiko f\u00fcr Mensch und Umwelt darstellt, ist Gegenstand von derzeit laufenden Untersuchungen.<\/p>\n<p><strong>Nanosilber in der Kl\u00e4ranlage<\/strong><\/p>\n<p>Zurzeit sind Hunderte von Produkten im Umlauf, die Silbernanopartikel enthalten, zum Beispiel Kosmetika, Lebensmittelverpackungen, Desinfektions- und Reinigungsmittel, aber auch antibakterielle Socken und Unterw\u00e4sche. Weltweit werden pro Jahr rund 320 Tonnen Nanosilber eingesetzt. Einiges davon gelangt \u00fcber das Abwasser in den Wasserkreislauf. Welche Wirkung die Silberpartikel auf Fl\u00fcsse, B\u00f6den und die darin lebenden Organismen haben, ist noch nicht im Detail gekl\u00e4rt.<br \/>\nEin in der Fachzeitschrift Science (\"Nanosilver Revisited Downstream\") erschienener Kommentar von Bernd Nowack diskutiert die Implikationen der neuesten Studien zu Nanosilber in Kl\u00e4ranlagen. Mehr als 90 Prozent wird gebunden und reichert sich im Kl\u00e4rschlamm in Form von Silbersulfid an. Dieses Silbersalz ist extrem schwerl\u00f6slich und um Gr\u00f6ssenordnungen weniger giftig als freie Silberionen. Dabei spielt die urspr\u00fcngliche Form des Silbers im Abwasser \u2013 ob als metallische Nanopartikel, ob gel\u00f6st als Silberionen oder als unl\u00f6slicher Silbersalzniederschlag \u2013 offenbar keine Rolle.<br \/>\n\"Was die Umweltauswirkungen angeht, d\u00fcrfte sich Nanosilber in Konsumg\u00fctern nicht von anderen Formen von Silber unterscheiden und f\u00fcr \u00d6kosysteme nur ein geringes Problem darstellen\", sagt Nowack. Gekl\u00e4rt werden m\u00fcsse aber noch, in welcher Form das nicht gebundene Silber im Abfluss der Kl\u00e4ranlagen vorliege und was mit dem Silbersulfid in nat\u00fcrlichen Gew\u00e4ssern geschehe, ob es etwa stabil ist oder wieder in andere Silberformen umgewandelt wird.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.empa.ch\/plugin\/template\/empa\/3\/103002\/---\/l=1\" target=\"_blank\"><br \/>\nFurther Information<\/a><\/p>\n<p>Source: <a href=\"http:\/\/www.empa.ch\" target=\"_blank\">Empa<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nanosilver is not a new invention of nanotechnology but has been in use for more than 100 years. A new Empa study shows that in those days tiny silver particles - known as \"colloidal silver\" - had been used in different products for their antimicrobial effect.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[43],"tags":[],"class_list":["post-730","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-nanotechnology"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/innovationsgesellschaft.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/730","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/innovationsgesellschaft.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/innovationsgesellschaft.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/innovationsgesellschaft.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/innovationsgesellschaft.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=730"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/innovationsgesellschaft.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/730\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/innovationsgesellschaft.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=730"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/innovationsgesellschaft.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=730"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/innovationsgesellschaft.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=730"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}