{"id":734,"date":"2011-02-01T08:38:54","date_gmt":"2011-02-01T08:38:54","guid":{"rendered":"http:\/\/neu.innovationsgesellschaft.ch\/?p=734"},"modified":"2016-07-19T14:07:47","modified_gmt":"2016-07-19T12:07:47","slug":"media-hype-about-nano-titanium-dioxide-foph-comments","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/innovationsgesellschaft.ch\/en\/media-hype-about-nano-titanium-dioxide-foph-comments\/","title":{"rendered":"Media Hype About Nano Titanium Dioxide - FOPH Comments"},"content":{"rendered":"<p>Anlass zu kritischen Einsch\u00e4tzungen gaben Entz\u00fcndungsreaktionen, die nach Ansicht des BAG von den Autoren falsch interpretiert wurden. Solche Entz\u00fcndungsreaktionen entstehen bekanntermassen im Tierversuch bei einer massiven \u00dcberbeladung der Lunge mit Partikeln aller Art - nanoskaligen sowie gr\u00f6sseren Partikeln. Daraus eine Gef\u00e4hrdung f\u00fcr die Konsumentinnen und Konsumenten abzuleiten ist unseri\u00f6s. Vor zwei Jahren wurde mit dem Vorsorgeraster synthetischer Nanomaterialien auf Veranlassung des Bundesrats ein Instrument geschaffen, das Herstellern hilft, m\u00f6gliche Risiken durch Nanomaterialien angemessen zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<h4><strong>Unwissenschaftliche Vergleiche<\/strong><\/h4>\n<p>Titandioxid ist eine schlecht l\u00f6sliche und wenig toxische Substanz und wird beispielsweise in Zahnpasta als Weisspigment gem\u00e4ss der Verordnung \u00fcber kosmetische Mittel (VKos) verwendet. Das toxikologisch unbedenkliche Weisspigment wird nicht selektiv nanoskalig hergestellt. In der betreffenden Publikation wird Zahnpasta allerdings als Produkt mit nanoskaligem Titandioxid erw\u00e4hnt. Dass Yazdi et al. ferner in ihrer Arbeit Entz\u00fcndungsreaktionen in Zellkulturen und in Tierversuchen mit M\u00e4usen als Folge von nanoskaligem Titandioxid nachweisen, war nach Ansicht des BAG voraussehbar. Es ist n\u00e4mlich gut bekannt, dass eine massive \u00dcberladung der Lunge mit Partikeln aller Art (auch nicht nanoskaligen) zu solchen Entz\u00fcndungsreaktionen f\u00fchren kann.<\/p>\n<p>Entz\u00fcndliche Reaktionen k\u00f6nnen auch durch Asbestfasern ausgel\u00f6st werden. Asbestfasern sind gef\u00e4hrlich, wenn sie in die Lunge gelangen und aufgrund ihrer nadelf\u00f6rmigen Form die Selbstreinigung der Lunge verunm\u00f6glichen. Dies trifft nicht auf Nano-Titandioxid-Partikel zu. Ein direkter Vergleich der Auswirkung zwischen nanoskaligem Titandioxid und Asbestfasern ist daher nicht gerechtfertigt.<\/p>\n<h4><strong>Im Fokus der Beh\u00f6rden<\/strong><\/h4>\n<p>Nanoskaliges Titandioxid wird heute vor allem in selbstreinigenden und schmutzabweisenden Farben und mit Schutzbeschichtung als UV-Filter in Kosmetika verwendet. Seine Aufnahme durch die Haut wurde im EU-Projekt \u00abNanoderm\u00bb untersucht. Die Resultate zeigen, dass die gesunde Haut eine gute Barriere f\u00fcr solche Partikel darstellt. Kritischer muss die Aufnahme von freien Nano-Titandioxid-Partikeln \u00fcber die Atemwege betrachtet werden. Solche Produkte d\u00fcrften allerdings nicht im Handel sein. Selbstverst\u00e4ndlich ist auch bei Arbeitnehmern die n\u00f6tige Vorsicht am Platz. So muss bei der Herstellung und Weiterverarbeitung von freien Nano-Titandioxid-Partikeln m\u00f6glichen Expositionen Beachtung geschenkt werden und entsprechende Schutzmassnahmen sind zu treffen. Vor kurzem wurde deshalb der H\u00f6chstwert f\u00fcr die Konzentration von nanoskaligem Titandioxid am Arbeitsplatz um einen Faktor 30 gegen\u00fcber dem herk\u00f6mmlichen Titandioxid versch\u00e4rft.<\/p>\n<p>Die Schweiz besitzt seit dem Jahre 2008 den Vorsorgeraster synthetischer Nanomaterialien, der auf Veranlassung des Bundesrats im Rahmen des Aktionsplans \u00absynthetische Nanomaterialien\u00bb entwickelt wurde. Ziel dieses Vorsorgerasters ist die vorsorgliche Erkennung und Begrenzung m\u00f6glicher Risiken durch synthetische Nanomaterialien, einschliesslich Nano-Titandioxid. Er steht der Industrie zur Verf\u00fcgung, um ihre Produkte zu \u00fcberpr\u00fcfen. F\u00fcr Nano-Titandioxid-haltige Produkte weist er bei bestimmten Anwendungen mit freien Nano-Titandioxid-Partikeln auf die m\u00f6glichen Risiken hin.\u00a0<\/p>\n<p>Quelle: Stellungnahme des Bundesamt f\u00fcr Gesundheit vom 21.1.2011<\/p>\n<p>Weiterf\u00fchrende Links:<\/p>\n<ul>\n<li>Yazdi et al., Nanoparticles activate the NLR pyrin domain containing 3 (Nlrp3) inflammasome and cause pulmonary inflammation through release of IL-1\u03b1 and IL-1\u03b2, <a href=\"http:\/\/www.pnas.org\/content\/107\/45\/19449.abstract\" target=\"_blank\"><cite><abbr class=\"slug-jnl-abbrev\" title=\"Proceedings of the National Academy of Sciences\">PNAS<\/abbr><span class=\"slug-pub-date\"> November 9, 2010 <\/span> <span class=\"slug-vol\"> vol. 107 <\/span><span class=\"slug-issue\"> no. 45 <\/span><span class=\"slug-pages\"> 19449-19454<\/span><\/cite><\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/wissen\/technik\/Inhaltsstoffe-von-Zahnpasta-sind-offenbar-so-gefaehrlich-wie-Asbest\/story\/12301165\" target=\"_blank\">Tages Anzeiger Wissen, 18.1.2011<\/a>\n<\/li>\n<li>20 Minuten Online, 18.1.2011<a href=\"http:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/wissen\/technik\/Inhaltsstoffe-von-Zahnpasta-sind-offenbar-so-gefaehrlich-wie-Asbest\/story\/12301165\" target=\"_blank\"><br \/>\n<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>A wave of articles could be found in the media recently, including statements such as \"Nanoteilchen von Titandioxid k\u00f6nnen in der Lunge \u00e4hnlich wirken wie das in der Schweiz verbotene Asbest\" (Tages Anzeiger Wissen, 18.1.2011) or \"T\u00f6dliche Gefahr in der Zahnpasta (20 Minuten Online, 18.1.2011). These media stories base on the publication of an article in the journal PNAS (Yazdi et al. 2010; Seite 19449-19454), which raises questions about the safety of products containing nanoscale titanium dioxide. The Swiss Federal Office of Public Health (FOPH) has made a statement about these concerns and particularly criticised the asbestos comparison.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[43],"tags":[],"class_list":["post-734","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-nanotechnology"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/innovationsgesellschaft.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/734","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/innovationsgesellschaft.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/innovationsgesellschaft.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/innovationsgesellschaft.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/innovationsgesellschaft.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=734"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/innovationsgesellschaft.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/734\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12302,"href":"https:\/\/innovationsgesellschaft.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/734\/revisions\/12302"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/innovationsgesellschaft.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=734"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/innovationsgesellschaft.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=734"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/innovationsgesellschaft.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=734"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}