{"id":806,"date":"2011-07-22T08:39:55","date_gmt":"2011-07-22T08:39:55","guid":{"rendered":"http:\/\/neu.innovationsgesellschaft.ch\/?p=806"},"modified":"2013-11-07T08:42:59","modified_gmt":"2013-11-07T08:42:59","slug":"nanotechnology-investment-hype-and-terrorist-target","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/innovationsgesellschaft.ch\/en\/nanotechnology-investment-hype-and-terrorist-target\/","title":{"rendered":"Nanotechnology: Investment Hype and Terrorist Target"},"content":{"rendered":"<p>Das Bundesgericht in Bellinzona verurteilt am Freitag drei Angeklagte, die einen Anschlag auf das IBM-Nanotechnologiezentrum in R\u00fcschlikon geplant hatten \u2013 aus einer radikalen \u00f6kologischen Grundhaltung heraus. Das Anschlagsziel ist vielleicht \u00fcberraschend, nicht aber das Motiv. Forschungen und Entwicklungen, die Ver\u00e4nderungen und die Schaffung neuer molekularer Strukturen beinhalten, wecken seit eh und je Misstrauen und Ablehnung in der Gesellschaft. Nanotechnologie, die sich mit Teilchen besch\u00e4ftigt, deren Kleinheit sich jeder Vorstellung entzieht, macht da keine Ausnahme.<\/p>\n<p>Ganz anders die Finanzwelt: Wo sich eine gute Zukunftsstory verkaufen l\u00e4sst, sind die Investoren und Anleger nicht weit. Dabei war die Nanotechnologie, als sie Ende des vergangenen Jahrtausends erstmals in Medien beschrieben wurde, eher eine Art Nebenprodukt der Fantasien um die \u201eNew Economy\u201c gewesen, die sich dann im Platzen der Internet-Bubble entluden.<\/p>\n<p>Nanotechnologie habe mehr Potenzial als das Internet, hiess es schon, als das Internet die Finanzm\u00e4rkte noch weltweit blendete. Man tr\u00e4umte beispielsweise von mikroskopisch kleinen Robotern, zusammengesetzt aus smarten Atomstrukturen, die Br\u00fccken bauen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Anlagem\u00f6glichkeiten waren rar: Nanotechnologie war etwas f\u00fcr Venture-Kapital-Fonds - kleiner Fokus, hohes Risiko. Mit dem Platzen der IT-Bubble gingen auch diese Fonds ein. Aber das Thema blieb heiss: Fortschritte in der Nanotechnologie k\u00f6nnten f\u00fcr den n\u00e4chsten Bullenmarkt sorgen, klang es aus Researchabteilungen.<\/p>\n<p>Die Interdisziplinarit\u00e4t der Nanotechnologie w\u00fcrde f\u00fcr den grossen Multiplikator sorgen: Nanostrukturen waren und sind in allen m\u00f6glichen Branchen anwendbar, von der Textilindustrie \u00fcber Maschinenbau bis zur Medizinal- und Halbleitertechnik. 2005 konnte man das zuk\u00fcnftige Marktpotenzial dann quantifizieren: Nanotech-Produkte f\u00fcr rund 1 Billion Dollar w\u00fcrden ab 2015 auf dem Markt angeboten.<\/p>\n<p><strong>Schweiz ist Nano-Land<\/strong><\/p>\n<p>Heute wird der Markt auf gut 100 Milliarden Dollar gesch\u00e4tzt. Aber er soll bis 2015 nun immerhin auf knapp 400 Milliarden anwachsen. Die Schweiz als Forschungsstandort spielt in dieser Entwicklung eine pr\u00e4gende Rolle. In keinem Land werden mehr Nano-Patente angemeldet als in der Schweiz, gemessen an der Bev\u00f6lkerungszahl.<\/p>\n<p>Geforscht und entwickelt wird in Basel am Swiss Nanoscience Institute, in den Laboren von BASF, Clariant, Lonza und den grossen Pharma-Konzernen Novartis und Roche. Die ETH Z\u00fcrich ist Partnerin des IBM-Zentrums, geforscht wird auch an der EMPA, im Paul Scherrer Institut und in der Westschweiz in Genf, Freiburg und Neuenburg. Der Bund steuert Millionen bei.<\/p>\n<p>Die Risiken und Gefahren der Nanotechnologie, insbesondere die M\u00f6glichkeit der Sch\u00e4digung von Atemwegen und Organen durch die Kleinstpartikel, werden dabei ernst genommen. Wobei die Risiken noch weitgehend unerforscht und tats\u00e4chliche Folgesch\u00e4den unbekannt sind.<\/p>\n<p><strong>F\u00fcr Startups ein kapitalintensives Pflaster<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend sich die Schweiz als Nano-Forschungscluster etabliert, sind die Anlagem\u00f6glichkeiten f\u00fcr Investoren nicht viel besser geworden. Das hat zwei Gr\u00fcnde: Reine Nanotech-Unternehmen, die \u00fcber den Status des Startup hinausgewachsen sind, sind rar. Und Startup-Unternehmen, die sich ausschliesslich auf Nanotechnologie fokussiert haben, sind ebenfalls eher d\u00fcnn gestreut.<\/p>\n<p>Risikokapital sucht sich lieber Branchen aus, in denen mit weniger Kapitaleinsatz schneller Produkte zur Marktreife entwickelt werden k\u00f6nnen. Die Forschung wird darum von grossen Konzernen betrieben.<\/p>\n<p>Eine Handvoll Nanotech-Aktien gibt es aber. Harris &amp; Harris ist beispielsweise ein b\u00f6rsenkotierter Risikokapitalgeber. Im laufenden Jahr steht die Aktie mit \u00fcber 22 Prozent im Plus. Die auf Pr\u00e4zisionsanwendungen spezialisierte Jenoptik steht 2011 auch nicht schlecht da. Wer vor der Finanzkrise bereits investiert war, hat aber heftige Verluste erlitten.<\/p>\n<p>Als Beimischung kann man Nanotechnologie auch in der Schweiz haben: Beispielsweise ABB, Comet, Oerlikon und Tecan sind auf dem Gebiet t\u00e4tig und entwickeln Anwendungen. SGS als Pr\u00fcfkonzern hat sich bereits auf das Testen und Zertifizieren von nanohaltigen Produkten spezialisiert. Die Zukunfts-Technologie ist daran, sich in den Wirtschaftszyklus zu integrieren.<\/p>\n<p>Quelle: Cash.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nanotechnology means promise and curse at the same time: as a projection of future visions and investor dreams - and as an aim or fundamentally-ecologically motivated bomb attacks. Fact is: Nanotechnology is part of everyday's life.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[43],"tags":[],"class_list":["post-806","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-nanotechnology"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/innovationsgesellschaft.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/806","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/innovationsgesellschaft.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/innovationsgesellschaft.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/innovationsgesellschaft.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/innovationsgesellschaft.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=806"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/innovationsgesellschaft.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/806\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/innovationsgesellschaft.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=806"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/innovationsgesellschaft.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=806"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/innovationsgesellschaft.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=806"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}