{"id":871,"date":"2011-12-30T14:02:59","date_gmt":"2011-12-30T14:02:59","guid":{"rendered":"http:\/\/neu.innovationsgesellschaft.ch\/?p=871"},"modified":"2016-06-09T08:13:21","modified_gmt":"2016-06-09T06:13:21","slug":"switzerland-bright-future-with-small-particles","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/innovationsgesellschaft.ch\/en\/switzerland-bright-future-with-small-particles\/","title":{"rendered":"Switzerland: Bright Future with Small Particles"},"content":{"rendered":"<p><em>Christoph Meili, Sie waren Gymnasiallehrer f\u00fcr Biologie und Chemie, heute sind Sie Unternehmensberater und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Innovationsgesellschaft in St. Gallen. Was machen Sie da genau?<\/em><\/p>\n<p><strong>Christoph Meili<\/strong>: Ich bin nach meiner Dissertation an der HSG eher zuf\u00e4llig zum Risikomanagement gekommen. Da es wenig Ingenieure in Chefetagen gibt, tun sich viele Manager schwer mit technologischen Fragestellungen. Das hat Auswirkungen aufs Innovations- und Risikomanagement. Gerade beim Thema Risiko ziehen die meisten Manager rasch den Schwanz ein. Das<br \/>\nist fatal, weil Risiko- und Innovationsmanagement untrennbar miteinander verbunden sind. Unser Beratungsansatz umfasst deshalb immer Chancen- und Risikoaspekte. Wir besch\u00e4ftigen uns vor allem mit neuen Technologien, die ein grosses Zukunftspotenzial haben wie z. B. Cleantech oder Nanotechnologie (nano = milliardster Teil einer Masseinheit).<\/p>\n<p><em>Heute reden alle von den unbegrenzten M\u00f6glichkeiten der Nanotechnologie.<\/em><\/p>\n<p><strong>Meili<\/strong>: Zu Recht, denn die Nanotechnologie ist f\u00fcr die Schweiz eminent wichtig. Umso wichtiger ist es, dass die Chancen und Risiken professionell gemanagt werden, damit keine Abwehrhaltung in der Bev\u00f6lkerung entsteht wie beispielsweise bei der Gentechnologie.<br \/>\n<em><br \/>\nWas sind denn konkrete, praktische Einsatzbereiche der Nanotechnologie?<\/em><\/p>\n<p><strong>Meili<\/strong>: Es gibt sehr viele wichtige Anwendungsbereiche. Dank Nanotechnologie gibt es heute Fassadenanstriche, die nicht wie die herk\u00f6mmlichen Produkte nach zehn bis f\u00fcnfzehn Jahren grau-schwarz werden infolge Pilzbefalls. Textilien, die mit Nanosilber versehen sind, sind antimikrobakteriell und nehmen daher den Schweissgeruch kaum an. Auch in der R\u00fcstungsindustrie, in der Medizin und der Kosmetik, der Elektronik und in Speichermedien bringt die Nanotechnologie messbare Vorteile.<\/p>\n<p><em>Aber die Risiken sind noch wenig erforscht. Nanopartikel sind so klein, dass niemand weiss, wo sie hingelangen und was sie dort anrichten.<\/em><\/p>\n<p><strong>Meili<\/strong>: Bis vor kurzem gab es keine handfeste Definition des Begriffs Nanomaterial. Nun hat die EU-Kommission festgelegt, dass Stoffe, die zu mindestens 50 Prozent aus Bestandteilen mit einer Gr\u00f6sse zwischen 1 und 100 Nanometern bestehen, in die Kategorie Nanomaterialien fallen. Zum Vergleich: Der Durchmesser eines menschlichen Haars entspricht 50 000 Nanometern.<br \/>\nWas die Risiken angeht, so gibt es umso mehr \u00c4ngste, je n\u00e4her die Anwendung am K\u00f6rper ist. Kosmetika mit Nanotechnologie gelten als unbedenklich, die gesunde, unverletzte Haut ist eine gute Barriere. Heikel ist es, wenn freie Nanopartikel eingeatmet werden und in Blut und Zellen gelangen. Wir wissen nicht genau, was sie dort bewirken. Weiter wird derzeit untersucht, was zum Beispiel kleinste Silberpartikel, die ins Abwasser gelangen, f\u00fcr Auswirkungen haben aufs \u00d6kosystem.<\/p>\n<p><em>Ist das Risikomanagement, wie es Ihnen vorschwebt? Erst versetzt man Textilien, Lack und Sonnencremen mit Nanotechnologie, sp\u00e4ter untersucht man, wie sch\u00e4dlich das f\u00fcr Mensch und Umwelt ist.<\/em><\/p>\n<p><strong>Meili<\/strong>: Wichtig ist, dass der Schutz von Gesundheit und Umwelt gew\u00e4hrleistet ist und dass die Konsumenten aufgekl\u00e4rt sind. In diesen Punkten sind wir in der Schweiz relativ weit. So hat das Bundesamt f\u00fcr Berufsbildung und Technologie uns beauftragt, eine gesamtschweizerische Wissens- und Bildungsplattform zur Mikro- und Nanotechnologie f\u00fcr Berufsfach- und Mittelschulen sowie h\u00f6here Fachschulen zu entwickeln. Schon an Sekundarschulen wird das Thema aufgegriffen.<\/p>\n<p><em>Wird die Nanotechnologie in der Schweiz zum Wirtschaftsmotor?<\/em><\/p>\n<p><strong>Meili<\/strong>: Wir stehen im internationalen Vergleich gut da. Ich bin \u00fcberzeugt, dass die Nanotechnologie \u00e4hnlich wie die Cleantech- Branche von grosser Wichtigkeit sein wird f\u00fcr die Konkurrenzf\u00e4higkeit des Denk- und Werkplatzes Schweiz. Ich habe k\u00fcrzlich miterlebt, wie Jan Egbert Sturm, der Leiter der Konjunkturforschungsstelle der ETH, vor 400 Mitgliedern der Industrie- und Handelskammer St.Gallen seinen d\u00fcsteren Ausblick pr\u00e4sentierte. Die vielen Unternehmer sassen wie paralysiert auf ihren St\u00fchlen, es war richtig deprimierend. In solchen Zeiten ist es eminent wichtig, dass wir uns auf unsere St\u00e4rken besinnen.<\/p>\n<p><em>Zum Beispiel?<\/em><\/p>\n<p><strong>Meili<\/strong>: Wir sind Weltmeister in Sachen Patentanmeldungen pro Einwohner, was unter anderem damit zu tun hat, dass viele Hochschulen sehr anwendungsorientiert forschen und eng mit der Wirtschaft zusammenarbeiten. IBM hat im Sommer ein Kooperationszentrum Nanotechnologie mit der ETH Z\u00fcrich ins\u00a0 Leben gerufen, es gibt weitere gute Kooperationsprojekte..<\/p>\n<p>Das Interviews mit Dr. Christoph Meili f\u00fchrte Matthias Morgenthaler<\/p>\n<p>Das vollst\u00e4ndige Interview k\u00f6nnen Sie <a href=\"http:\/\/innovationsgesellschaft.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/20111230_Grosse_Zukunft_mit_kleinen_Teilchen1.pdf\">hier<\/a> als Pdf (535 KB) herunterladen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>More research, innovation and risk management push the \"brand Switzerland\". Especially in nanotechnologies the consultant Christoph Meili locates big potential.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[43],"tags":[],"class_list":["post-871","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-nanotechnology"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/innovationsgesellschaft.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/871","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/innovationsgesellschaft.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/innovationsgesellschaft.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/innovationsgesellschaft.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/innovationsgesellschaft.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=871"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/innovationsgesellschaft.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/871\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12017,"href":"https:\/\/innovationsgesellschaft.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/871\/revisions\/12017"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/innovationsgesellschaft.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=871"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/innovationsgesellschaft.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=871"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/innovationsgesellschaft.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=871"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}